Hallo zusammen,
ich benötige eine fachliche Einschätzung zur Optimierung meiner Warmwasserbereitung. Wir haben uns im Rahmen einer PV Installation auch einen Warmwasser-Controller mit Heizstab zur Verwendung von PV Überschuss (nach Hausverbrauch und Batterie) gegönnt und suchen nun nach Einbau und Zahlung nach einer möglichst sinnvollen Umsetzung (ja, vielleicht erst die intelligente Umsetzung planen, bevor man kauft, aber die 'Vision' war ja so schön wie einfach).
Ziel ist die maximale Nutzung von PV-Überschuss bei gleichzeitigem Komfort / hygienischer Sicherheit für eine große Personenzahl.
Die Ausgangslage:
* Gebäude: Mehrfamilienhaus, 3 Parteien mit 6 Erwachsenen & 6 Kindern
* Speicher: 300 Liter (Standard-Warmwasserspeicher). Rohre neu isoliert.
* Wärmeerzeuger: Buderus Gas-Brennwerttherme GB 172 mit RC310 (Software NF18.06), die aktuell alleine den Speicher konstant zwischen 6 und 23 Uhr auf 60 Grad Soll erhitzt. Keiner meckert über die Temperatur, aber es weiss auch keiner, was aktuell besser zu machen wäre. Aktuelle Einstellung kommt von unserem Heizungsmann.
* Neu kam dazu: Heizstab: Askoheat, gesteuert über SolarEdge Warmwasser-Controller (arbeitet rein mit PV-Überschuss). Die Therme kommuniziert nicht mit Controller und/oder Heizstab. Der Heizstab ist unten im Warmwasserspeicher angebracht.
* PV-Überschuss: Bereits an den sonnigen Märztagen hatten wir ab ca. 13 Uhr PV Überschuss und Batterie war voll, so dass der Heizstab angehen konnte. Bis 16 Uhr haben wir dann zwischen 5-10kwh Überschuss geerntet.
* Zirkulation: Vorhanden, aktuell auf Dauerbetrieb
* Duschprofil: Eher Morgens (06:00 – 09:00 Uhr)
Problem: Wo setzen wir die Solltemperatur der Gastherme, wo die Maximal-Abschalttemperatur des Heizstabes unter Berücksichtigung von (Legionellen-)Hygiene, Verschleiß, Verkalkung, Verbrühgefahr (Ein Mischventil suchen wir gerade noch, Anfrage an unseren Heizungsmann ist schon gestellt, er ist aber nicht der schnellste)? Wir möchten nicht täglich an der Therme oder in der PV App rumfummeln, sondern einen Ansatz für zumindest Sommer-/Winterperiode haben, wenn nicht gleich für 'immer'.
Unsere Gedanken:
Wir setzen die Maximaltemperatur des Heizstabes auf 65 oder 70 Grad und planen folgendes Zeitfenster für die Therme:
* 06:00 – 09:00 Uhr: EIN (Soll 60°C) -> Sicherung des Morgenkomforts und thermische Durchspülung der Leitungen.
* 09:00 – 17:00 Uhr: AUS -> Sperrzeit für Gas, um dem PV-Heizstab (Ziel 65°C) exklusiv das Feld zu überlassen.
Ich finde in der RC310 im Zeitprogramm keine Eingabemöglichkeit für zwei verschiedene Soll-Temperaturen (z. B. 60°C morgens / 50°C tagsüber) bzw. die "Warmwasser reduziert" Einstellung aus der Bedienungsanleitung, so daß mir nur die "Therme An/Aus"-Funktion im Zeitprogramm als einzige Steuerungsmöglichkeit übrig erscheint. Lieber wäre mir auch für dieses Zeitfenster eine Mindesttemperatur über Gas sicherzustellen, um nie das Risiko blauer Kinderlippen eingehen zu müssen.
* 17:00 – 22:00 Uhr: EIN (Soll 60°C) -> Absicherung für den Abend/nächsten Morgen bei schlechtem PV Ertrag.
Fragen an die Experten:
* Macht der Plan Sinn oder wie würdet ihr das machen? Gibt es eventuell mit einer kleinen Zusatzinvestion die sinnstiftende Rettung?
* Kennt ihr das "Versteck" der reduzierten /einer zweiten Temperatur im RC310, um auch im Laufe des Tages eine Mindesttemperatur über Gas zu sichern?
* Temperaturhub: Ist ein Zielwert von 65°C am Heizstab sinnvoll oder sollte ich für die Hygiene/Pufferung höher gehen?
* Sollten wir an der Zirkulation was beachten?
Ich freue mich auf eure Einschätzungen, vielen Dank im voraus und viele Grüße